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Der September 2026 bringt mehrere Neuerungen mit sich, die Verbraucher, Unternehmen und Steuerpflichtige unmittelbar betreffen. Neue Einkaufslabel sollen Gewährleistungsrechte verständlicher machen, Umweltwerbung wird strenger reguliert und Hersteller digitaler Produkte müssen schneller auf Sicherheitsvorfälle reagieren. Hinzu kommen wichtige Wahltermine und der bundesweite Warntag.
Steuererklärung: Lohnsteuerhilfevereine dürfen mehr Menschen beraten
Zum 1. September 2026 treten weitere Änderungen im Steuerberatungsgesetz in Kraft. Besonders relevant ist die Erweiterung der Beratungsbefugnisse von Lohnsteuerhilfevereinen.
Bislang konnten zusätzliche Einkünfte – beispielsweise aus Vermietung oder Kapitalvermögen – dazu führen, dass eine Beratung durch einen Lohnsteuerhilfeverein aufgrund bestimmter Einkommensgrenzen nicht möglich war.
Diese Beschränkung wird gelockert beziehungsweise die bisherige Obergrenze aufgehoben. Dadurch können künftig deutlich mehr Steuerpflichtige die Unterstützung eines Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nehmen.
Für Arbeitnehmer mit zusätzlichen Einkünften kann sich damit eine günstigere Alternative zur klassischen Steuerberatung eröffnen.
Bundesweiter Warntag am 10. September
Am 10. September 2026 findet erneut der bundesweite Warntag statt.
Gegen 11 Uhr wird deutschlandweit eine Probewarnung ausgelöst. Dabei werden unterschiedliche Warnkanäle getestet, darunter:
- Cell Broadcast auf Mobiltelefonen
- Warn-Apps
- Radio und Fernsehen
- digitale Anzeigetafeln
- örtliche Sirenen, soweit vorhanden
Gegen 11:45 Uhr ist die Entwarnung vorgesehen.
Der Warntag dient nicht nur dem technischen Test der Systeme. Bürger sollen gleichzeitig mit den unterschiedlichen Warnwegen vertraut gemacht werden, damit im tatsächlichen Ernstfall schneller reagiert werden kann.
Wer am Warntag keine Warnung auf seinem Smartphone erhält, sollte prüfen, ob das Gerät Cell Broadcast unterstützt, die Software aktuell ist und die entsprechenden Einstellungen aktiviert sind.
Digitale Sicherheit: Neue Meldepflichten für Hersteller
Ab dem 11. September 2026 greifen erste wichtige Verpflichtungen aus dem europäischen Cyber Resilience Act.
Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen müssen schwerwiegende Sicherheitsvorfälle und aktiv ausgenutzte Schwachstellen künftig innerhalb enger Fristen melden.
Dazu zählen beispielsweise Hersteller von:
- Routern
- Smart-Home-Geräten
- vernetzten Haushaltsgeräten
- Software
- digitalen Steuerungs- und IoT-Produkten
Bei bestimmten Vorfällen muss eine erste Meldung bereits innerhalb von 24 Stunden erfolgen.
Für Verbraucher bedeutet das zunächst nicht, dass vorhandene Geräte ausgetauscht werden müssen. Langfristig sollen Hersteller jedoch stärker für die Sicherheit ihrer digitalen Produkte verantwortlich sein und schneller auf bekannte Sicherheitslücken reagieren.
Für Unternehmen wird das Thema Cybersecurity damit zunehmend auch zu einer gesetzlichen Produktpflicht und nicht mehr ausschließlich zu einer freiwilligen Qualitätsmaßnahme.
Mehr Transparenz bei KI-Musik
Auch Musikstreaming-Plattformen beschäftigen sich zunehmend mit der Kennzeichnung künstlich erzeugter Inhalte.
Spotify will ab Mitte September verstärkt gegen irreführende KI-Inhalte vorgehen. Sogenannte AI Personas, also vollständig oder weitgehend künstlich erzeugte Interpreten, sollen deutlicher gekennzeichnet werden.
KI-generierte Musik soll außerdem teilweise aus automatischen Empfehlungen, Radioformaten und bestimmten Playlists herausgenommen werden. Die Titel selbst können weiterhin auf der Plattform verfügbar bleiben.
Damit gewinnt ein Thema weiter an Bedeutung, das bereits durch die europäische KI-Regulierung stärker in den Fokus gerückt ist: Nutzer sollen besser erkennen können, ob Inhalte von Menschen oder mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurden.
Neue Regeln gegen Greenwashing
Ab dem 27. September 2026 gelten strengere europäische Vorgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen.
Bezeichnungen wie:
- „umweltfreundlich“
- „klimaneutral“
- „nachhaltig“
- „grün“
- „ökologisch“
dürfen nicht mehr ohne nachvollziehbare Grundlage für Produkte oder Dienstleistungen verwendet werden.
Allgemeine Umweltversprechen müssen künftig ausreichend belegt sein. Auch bei Nachhaltigkeitssiegeln werden die Vorgaben strenger. Unternehmen können nicht mehr beliebige oder selbst entwickelte Umweltzeichen einsetzen, wenn deren Aussagekraft und Grundlage nicht nachvollziehbar sind.
Für Verbraucher bedeutet das mehr Transparenz. Umweltversprechen sollen künftig stärker auf tatsächlichen Eigenschaften und überprüfbaren Kriterien beruhen.
Für Unternehmen ist die Änderung insbesondere für Verpackungen, Webseiten, Produktbeschreibungen, Werbeanzeigen und Social Media relevant. Bestehende Marketingaussagen sollten daher überprüft werden.
Neue Gewährleistungsinformation beim Einkauf
Ebenfalls ab dem 27. September 2026 wird eine neue europaweit einheitliche Information zum gesetzlichen Gewährleistungsrecht verpflichtend.
Verbraucher sollen beim Einkauf deutlicher darauf hingewiesen werden, dass für Waren grundsätzlich eine gesetzliche Gewährleistung von mindestens zwei Jahren besteht.
Ist ein Produkt mangelhaft, können Verbraucher abhängig vom Einzelfall beispielsweise:
- eine kostenlose Reparatur verlangen
- Ersatz erhalten
- eine Preisminderung beanspruchen
- unter bestimmten Voraussetzungen vom Vertrag zurücktreten
Das neue einheitliche Erscheinungsbild soll die Rechte sichtbarer machen und verhindern, dass gesetzliche Gewährleistung und freiwillige Herstellergarantie miteinander verwechselt werden.
Die Information wird sowohl im stationären Handel als auch im Online-Handel eine Rolle spielen.
Neues GARAN-Label für freiwillige Haltbarkeitsgarantien
Zusätzlich zum Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung wird ab dem 27. September 2026 das neue europäische GARAN-Label relevant.
Es kennzeichnet Produkte, für die ein Hersteller freiwillig eine besondere Haltbarkeitsgarantie anbietet.
Das Label kommt zum Einsatz, wenn die Garantie:
- kostenlos angeboten wird
- das gesamte Produkt umfasst
- über die gesetzliche Gewährleistungsdauer hinausgeht
Auf diese Weise können Verbraucher leichter erkennen, bei welchen Produkten ein Hersteller tatsächlich für eine längere Haltbarkeit einsteht.
Die gesetzliche Gewährleistung bleibt davon unabhängig bestehen.
Wahlen: September wird politischer Entscheidungsmonat
Auch politisch ist der September 2026 ein wichtiger Monat.
6. September: Sachsen-Anhalt
Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt.
13. September: Niedersachsen
Am 13. September 2026 finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt. Dabei werden unter anderem kommunale Vertretungen und je nach Kommune weitere Ämter neu bestimmt.
20. September: Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Am 20. September 2026 finden gleich zwei größere Wahlen statt:
- Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin
- Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
Damit stehen innerhalb eines Monats mehrere politische Entscheidungen auf Landes- und kommunaler Ebene an.
Für Unternehmen besonders wichtig: Werbung jetzt überprüfen
Die Änderungen zum 27. September betreffen nicht nur große Konzerne. Auch kleinere Unternehmen, Online-Shops, Händler und Dienstleister können betroffen sein.
Besonders geprüft werden sollten Aussagen wie:
- klimaneutrales Unternehmen
- nachhaltiges Produkt
- umweltfreundliche Verpackung
- CO₂-neutral
- ökologisch produziert
Entscheidend wird künftig stärker sein, was hinter einer solchen Aussage tatsächlich steht und wie sie nachgewiesen werden kann.
Gerade Webseiten und ältere Werbematerialien können Aussagen enthalten, die vor einigen Jahren noch üblich waren, unter den neuen Regeln aber problematisch werden könnten.
Fazit: September bringt mehr Transparenz und digitale Sicherheit
Der September 2026 steht besonders im Zeichen von Verbraucherschutz, Transparenz und Sicherheit:
- Lohnsteuerhilfevereine können mehr Menschen bei der Steuererklärung unterstützen.
- Beim bundesweiten Warntag werden die Warnsysteme Deutschlands getestet.
- Hersteller digitaler Produkte erhalten neue Cybersecurity-Meldepflichten.
- Umweltversprechen werden durch strengere Regeln gegen Greenwashing überprüfbarer.
- Neue Gewährleistungsinformationen und das GARAN-Label sollen Rechte und Haltbarkeit beim Einkauf verständlicher machen.
- Mit mehreren Landtags-, Abgeordnetenhaus- und Kommunalwahlen wird der September außerdem zu einem wichtigen politischen Monat.