Unternehmernews 2026

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Wichtige Neuerungen und Änderungen für 2026

Zum Jahreswechsel treten gleich mehrere Änderungen in Kraft, die Geldbeutel, Arbeitswelt, Mobilität und digitale Prozesse betreffen. Wir haben die wichtigsten Punkte für 2026 kompakt zusammengefasst – mit klarem Fokus darauf, was Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen jetzt konkret beachten sollten.


ÖPNV und Mobilität: Deutschlandticket und Führerscheine

Deutschlandticket wird teurer

Ab Januar 2026 steigt der Preis des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro pro Monat. Die bundesweite Nutzung von Bus und Bahn im Nahverkehr verteuert sich damit um knapp neun Prozent. Bereits zum Jahresanfang 2025 war der Preis um gut 18 Prozent angehoben worden.

Für Pendlerinnen, Pendler und Unternehmen mit Jobtickets bedeutet das: Mobilitätsbudgets und Reisekosten sollten überprüft und gegebenenfalls neu kalkuliert werden.

Führerscheine: Frist für bestimmte Jahrgänge

Im Zuge der EU-weiten Vereinheitlichung der Fahrerlaubnis-Dokumente müssen alte Führerscheine schrittweise umgetauscht werden.

Wichtig für 2026:

  • Wer einen deutschen Kartenführerschein besitzt, der in den Jahren 1999, 2000 oder 2001 ausgestellt wurde, muss ihn bis spätestens 19. Januar 2026 gegen den aktuellen EU-Kartenführerschein eintauschen.

  • Nach diesem Datum sind diese Führerscheine ungültig.

Betroffene sollten frühzeitig einen Termin bei der Führerscheinstelle vereinbaren, da es vielerorts zu längeren Wartezeiten kommt.


Arbeit, Einkommen und Grundsicherung

Mindestlohn steigt

Zum 1. Januar 2026 erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn deutlich:

  • Neuer Mindestlohn: 13,90 Euro pro Stunde

  • Bisheriger Mindestlohn: 12,82 Euro

Das entspricht einer Steigerung um rund 8,5 Prozent. Bereits beschlossen ist zudem, dass der Mindestlohn zum 1. Januar 2027 weiter auf 14,60 Euro steigen wird.

Mit dem höheren Mindestlohn steigt auch die Verdienstgrenze im Minijob auf 603 Euro pro Monat. Arbeitgeber sollten Lohn- und Einsatzplanung, Minijob-Verträge sowie Personalkostenmodelle entsprechend anpassen.

Aus Bürgergeld wird Grundsicherung

Das bisherige Bürgergeld wird zur neuen Grundsicherung umgebaut. Vorgesehen ist:

  • Die Regelsätze bleiben 2026 auf dem Stand von 2024, es gibt also eine Nullrunde.
  • Für Leistungsbeziehende, die nicht mit dem Jobcenter kooperieren, sind strengere Sanktionen vorgesehen – bis hin zu deutlichen Kürzungen bei wiederholter Verweigerung von Mitwirkungspflichten.

Für Unternehmen ist vor allem relevant, dass die Reform den Druck erhöht, angebotene Arbeitsstellen anzunehmen und Qualifizierungsmaßnahmen zu nutzen.

Neuer Wehrdienst: Fragebogen für 18-Jährige

Mit dem neuen Wehrdienstmodell wird die Bundeswehr ab 2026 anders rekrutieren:

  • Ab Januar 2026 erhalten alle 18-jährigen Frauen und Männer Post mit einem Online-Fragebogen, der Motivation und Eignung für den Dienst bei der Bundeswehr abfragt.

  • Männer müssen den Fragebogen beantworten, für Frauen ist die Teilnahme freiwillig.

  • Ab 2027 ist eine flächendeckende Musterung insbesondere für Männer der Jahrgänge ab 2008 vorgesehen.

Für Betriebe mit vielen jungen Beschäftigten kann dies perspektivisch Auswirkungen auf Personalplanung und Ausbildungsjahrgänge haben.


Steuern, Energie und Lebenshaltungskosten

Mehrwertsteuer in der Gastronomie sinkt

Gute Nachricht für Restaurants, Kantinen und Gäste: Zum 1. Januar 2026 wird die Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie dauerhaft von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Getränke bleiben weiterhin mit 19 Prozent besteuert.

Gastronomiebetriebe müssen Kassensysteme, Preisschilder, Speisekarten und Pauschalangebote rechtzeitig anpassen. Für Gäste kann dies Preiserhöhungen der vergangenen Jahre zumindest teilweise dämpfen.

CO₂-Preis steigt – Heizen und Tanken werden teurer

Der nationale CO₂-Preis für Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin wird 2026 auf ein neues System umgestellt:

  • Statt eines festen Preises von bisher 55 Euro pro Tonne CO₂ werden Emissionszertifikate auktioniert.

  • Es gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne.

Die Folge: Spritpreise und Heizkosten können um mehrere Cent pro Liter bzw. Kilowattstunde steigen, vor allem bei Ölheizungen. Unternehmen mit Fuhrparks und Gebäudeportfolio sollten die Mehrkosten in ihre Budgetplanung einbeziehen und mittelfristig Effizienz- und Umstiegsstrategien (zum Beispiel E-Mobilität, Wärmepumpe) prüfen.

Stromnetzentgelte sinken

Parallel dazu gibt es Entlastungen beim Strompreis:

  • Der Bund stellt 6,5 Milliarden Euro bereit, um die Netzentgelte 2026 zu senken.

  • Für viele Haushalte und Betriebe bedeutet das eine Entlastung von rund zwei Cent pro Kilowattstunde im Durchschnitt, regional mit deutlichen Abweichungen nach oben oder unten.

Unterm Strich werden steigende CO₂-Kosten und sinkende Netzentgelte je nach Region und Verbrauchsprofil sehr unterschiedliche Effekte auf die Energiekosten haben.


Rente und Altersvorsorge

Rentenanstieg und neue Aktivrente

Für Rentnerinnen und Rentner bringt 2026 voraussichtlich spürbare Verbesserungen:

  • Zum 1. Juli 2026 sollen die gesetzlichen Renten um rund 3,7 Prozent steigen.

  • Die sogenannte Haltelinie sichert das Rentenniveau bei 48 Prozent des Durchschnittseinkommens und wurde im Rahmen des aktuellen Rentenpakets bis 2031 verlängert.

Neu ist außerdem die Aktivrente: Wer nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter arbeitet, kann künftig bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen (bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung). Parallel wird die betriebliche Altersvorsorge gestärkt, unter anderem durch verbesserte Förderbedingungen und höhere Freibeträge.


Sozialleistungen: Regelsätze bleiben unverändert

Für Empfängerinnen und Empfänger von Bürgergeld (künftig Grundsicherung) und Sozialhilfe gilt 2026 eine Nullrunde:

  • Die Regelsätze bleiben unverändert, etwa bei 563 Euro im Monat für alleinstehende Erwachsene.

Hintergrund ist, dass die Regelsätze bereits 2023 und 2024 deutlich angehoben wurden, während die tatsächliche Inflation etwas niedriger ausfiel als zunächst erwartet.


Finanzen der privaten Haushalte: Grundfreibetrag, Minijob und Kindergeld

Für Steuerzahlerinnen, Steuerzahler und Familien sind folgende Punkte wichtig:

  • Der steuerliche Grundfreibetrag steigt 2026 auf voraussichtlich rund 12.348 Euro. Ein höherer Anteil des Einkommens bleibt damit steuerfrei.

  • Durch den höheren Mindestlohn wird die Minijob-Grenze auf 603 Euro monatlich angehoben.

  • Das Kindergeld wird 2026 leicht erhöht und liegt bei 259 Euro pro Kind und Monat.

Diese Anpassungen sollen insbesondere Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen entlasten.


Digitales und Verbraucherschutz: KI-Kennzeichnung und Widerrufsbutton

Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte

Mit dem EU-AI-Act werden europaweit neue Regeln für Künstliche Intelligenz eingeführt. Für viele Unternehmen besonders relevant:

  • KI-generierte Inhalte (Texte, Bilder, Audio, Video) müssen künftig als solche erkennbar sein.

  • Transparenz- und Kennzeichnungspflichten für Anbieter von generativen KI-Systemen werden schrittweise ab 2026 wirksam.

  • Die Bundesregierung muss die Vorgaben bis August 2026 in nationales Recht übertragen.

Unternehmen sollten daher frühzeitig interne Richtlinien zur Kennzeichnung von KI-Inhalten, zur Datenqualität und zu Governance-Prozessen definieren.

Widerrufsbutton in Online-Shops

Im E-Commerce kommt eine neue Pflicht hinzu:

  • Ab dem 19. Juni 2026 müssen Verbraucherinnen und Verbraucher bei Online-Verträgen über Waren, Dienstleistungen und Finanzprodukte einen Vertrag per Klick auf einen gut sichtbaren Widerrufsbutton stornieren können.

  • Der Widerruf soll damit ebenso einfach werden wie der Vertragsschluss.

Shopbetreiber und Plattformen sollten ihre Checkout-Strecken und Rechtstexte rechtzeitig anpassen, um Abmahnrisiken zu vermeiden.


Europa und Reisen: Bulgarien führt den Euro ein

Zum 1. Januar 2026 führt Bulgarien den Euro ein und wird damit das 21. Euroland.

Für Reisende und Unternehmen bedeutet das:

  • Keine Umrechnung mehr zwischen Lew und Euro.

  • Eine Übergangsphase ermöglicht für kurze Zeit die parallele Nutzung beider Währungen im Bargeldverkehr, ehe der Lew vollständig abgelöst wird.

Geschäftsreisen, Tourismus und Zahlungsabwicklung werden dadurch einfacher, insbesondere für Unternehmen mit Lieferketten oder Kunden in Bulgarien.


Fazit: 2026 aktiv gestalten

2026 bringt eine dichte Kombination aus Preisänderungen, neuen Pflichten und Chancen:

  • Höherer Mindestlohn, steigende CO₂-Preise und das teurere Deutschlandticket erhöhen die Kosten.

  • Gleichzeitig sorgen entlastende Maßnahmen wie niedrigere Stromnetzentgelte, höherer Grundfreibetrag, mehr Kindergeld und Rentenanstieg für Gegenimpulse.

  • Im digitalen Bereich steigen mit KI-Kennzeichnung und Widerrufsbutton die Anforderungen an Transparenz und Nutzerfreundlichkeit.

Wer diese Neuerungen frühzeitig in Budgetplanung, Personalstrategie, Mobilitätskonzepte und digitale Prozesse einbezieht, kann Risiken minimieren und Vorteile gezielt nutzen – im privaten Alltag ebenso wie im Unternehmen und im Fuhrparkmanagement.

 
 

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